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Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 16. Januar 2010 um 12:00 Uhr

Infolge des Kompetenzstreites zwischen der deutschen Turnverbände und der Sportsverbände zweigte sich am 19. Februar 1924 der FC Schrobenhausen mit den Vereinsfarben "Rot-Schwarz" als eigenständiger Verein vom M.T.V. Schrobenhausen ab.
Nachedem im März 1924 die B-Klassen-Meisterschaft errungen und der Aufstieg in die A-Klasse geschafft wurde, war der FC Schrobenhausen über Jahrzehnte hinweg eine gute und anerkannte Adresse im Fußball zwischen Schwaben und Altbayern.


Mannschaftsbild von 1928

Der 2. Weltkrieg und Nachkriegszeit

Nach dem 01.09.1939 wurden so viele junge Männer "zu den Waffen gerufen", dass ein geregelter Spielbetrieb bald nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. Relativ oft gelang es aber für die Fußballbegeisterten Privatspiele zu organisieren; sehr begrüßt wurde es natürlich, wenn zu einem solchen Match zufällig gerade gute Spieler auf Heimurlaub waren. Aus der Kriegszeit gibt es ein Mannschaftsfoto, das folgende Spielernamen aufweist: Willi Danner, Hans Rechenauer, Josef Scheck, Heinrich Wachinger, Martin Schneider, Hans Mayer, Simmerl Sauer, Hans Hofmann, Anton Mair.
Aber es gab auch viele junge Schrobenhausener, auch aktive Fußballer, die schwer verwundet oder auch gar nicht mehr aus dem 2. Weltkrieg zurückkehrten.

Am 06.10.1945 wurde mit Erlaubnis der amerikanischen Besatzungsmacht eine "Gründungsversammlung" abgehalten, bei der 35 Personen anwesend waren, die den FCS für die Nachkriegszeit wieder aufleben liesen. Zum 1. Vorstand wurde Richard Perrot gewählt.


Mannschaftsbild von 1935

Nach dem Krieg ergoss sich dann auch ein Strom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach Schrobenhausen. Gerade der Fußballsport war es, der viel zur Integration der jungen Leute in die kleinstädtische Gesellschaft beigetragen hat. Die erfolgreichen Mannschaften der 50er-Jahre sind ohne die starken Spieler, die zunächst nur als "Flüchtlinge" nicht immer nur wohlgelitten waren, undenkbar.

Sei 1946 nahm wieder eine Mannschaft am geordneten Punktspielbetrieb teil, und zwar in der "2. Liage Nord, Bezirk Ingolstadt".
Vom 14.04.1946 gibt es in der "Schrobenhausener Zeitung" eine Mannschaftsaufstellung mit diesen Namen: Süßmann, Kettner, Paulus, Scheck, Reim, Danner, Obermeier, Wäckerle, Degen, Promoli, Ziegler

Am 08.04.1947 erschienen im Bayer. Staatsanzeiger die Auflagen "Betreffend Lizenzierung von Vereinen", worin verlangt wird:
"Die Erklärung, dass der Vereinsvorstand sich verpflichtet, Hauptschuldige, Belastete und Minderbelastete im Sinne des Befreiungsgesetzes nicht als Mitglied aufzunehmen; die Erklärung eines Ausschusses von füfn Vertretern, die politisch vollkommen unbelastet sind, dass alle jetzigen und künftigen Mitgleider vollkommen einwandfrei sind (...), d.h. dass sie weder umstürzlerisch, noch militärisch oder national-sozialistisch sind und in keiner Weise den Nationalsozialismus fördern."

Alle 210 Mitglieder, die der Verin damals hatte, wurden in der oben vorgegebenen Wiese überprüft und für "unbedenklich" erklärt, so dass der FC Schrobenhausen am 12.11.1947 die offizielle Lizenz bekam. Die fünf "Unbelasteten" waren: Josef Christl, Josef Fritsch, Josef Kasseckert, Michael Promoli und Leonhard Ottillinger.

Seit 1947 wurde von freiwilligen Helfern aus den Reihen des Verin und von der Stadt Schrobenhausen ein neuer Sportplatz angelegt. Die Firma Prücklmair stellte eine Holzbaracke zur Verfügung, die bis in die 70er-Jahre die Umkleidekabinen und die Duschgelegenheit beherbergte.

In der Nachkriegszeit war aber der FC Schrobenhausen nicht nur ein Verein für die Fußballer.


Mannschaftsbild von 1949

Es gab auch aktive Mannschaften für Faustball und für Feldhandball, beide Abteilungen verließen aber den FCS, als mit dem SSV Schrobenhausen ein neuer Verein gegründet wurde und integrierten sich dort.

In Deutschland und auch international bekannt wurde der Name FC Schrobenhausen aber vor allem durch seine ABteilung für Schwerathletik. Zunächst waren es die Ringer, die im Nachwuchs- und im Seniorenbereich zahlreiche Meisterschaften in die Lenbachstadt holten.

Die allerhöchsten sportlichern Lorbeeren für den FC Schrobenhausen ernteten aber die Gewichtheber, welche 1953/54 in die Oberligae aufgesteigen waren. Vor allem Josef "Bubi" Schnell wurde 1954 Deutscher Meister un mehrmals in die Nationalmannschaft berufen. Berufungen in die Nationalmannschaft erreichten auch Konrad Schwarzbauer und Martin Eberle (Zugang aus Memmingen)- Höhepunkt und leider dann auch Schlußpunkt der Gewichtheber-Blüte im FCS war der 6. Juni 1959, wo in der Besetzung Brehm, Eberle, Fleischmann, Liller, Schnell, Schwarzbauer, Witetschek der Deutsche Mannschafts-Meistertitle errungen wurde. Wenige Wochen später verließen - die Streitpunkte waren vor allem finanzieller Art - die Gewichtheber den Verin und gründeten den AC Schrobenhausen.

Vorreiter, zumindest in unserere Region, war der FC Schrobenhausen auch für den Damen-Fußball. Bereits im Jahr 1969 bereiteten sich unter dem rührigen Trainer Hermann Appel dreizehn Mädchen und Frauen darauf vor, auch nach dem runden Leder nachzujagen. Es wurde auch eine Reihe von Freundschaftsspielen ausgetragen. Doch war der Damen-Fußball wohl in der damaligen Zeit noch zu exotisch, so dass diese neue Entwicklung leider sanft entschlummerte.


Mannschaftsbild Gewichtheber von 1959

Der große Arbeitskräftemangel, ausgeläst durch das "Wirtschaftswunder" der 60er-Jahre, führte ab 1959 zur Anwerbeaktion in den Nachbarländern. Die ersten Gastarbeiter kamen nach Schrobenhausen: Zunächst Italiener, dann auch Jugoslawn, Griechen, Türken.

Auch bei den Fußballern tauchten neue Namen auf: Unvergessen vor allem die spielstarken Jugoslawen Ratko Mitrovic und Mici Mirc.

In den 70er Jahren wurde dann für die vielen neuen türkischen Mitbürger eine eigene "Türkenelf" im FC Schrobenhausen gegründet, in der auch immer wieder deutsche Spieler aushalfen. Auch in den diveseren Jugendmannschaften des FC Schrobenhausen tauchten immer mehr nichtdeutschstämmige spieler auf.

Erst 1995 löste sich die Türkenelf vom FC Schrobenhausen und gründete einen eigenen Verein, um auch ein entsprechendes Aufstiegsrecht für die Mannschaft zu bekommen, was als 3. Team des FC Schrobenhausen nicht zu erhalten war.

2008 traten die D-, C-, B- und A-Jugenden des FC Schrobenhausen in die JFG Hagenau ein um den Jugendlichen eine bessere Klassengerechte Ausbildung zu ermöglichen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 22. Januar 2010 um 21:13 Uhr
 
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